Neuanfang

Autor: Janin

Vorgeschichte:

Die beiden Freundinnen Nina und Imka hatten bei einem Karaokewettbewerb den Hauptpreis gewonnen: Eine Woche lang mit Tokio Hotel auf Tour! Die 6 lernten sich besser kennen und zwischen Nina und Bill entstand eine innige Freundschaft. Durch Imkas Songtexte ergatterten sie sogar die Chance mit ihnen auf der Bühne zu stehen, doch dies blieb nicht die einzige Überraschung. An ihrem letzten gemeinsamen Tag gestand Bill Nina nämlich seine Liebe (Nina hatte sich schon von Anfang an in ihn verguckt). Doch es kam wie es kommen musste und seitdem herrschte Funkstille zwischen ihnen. Wird es so bleiben...?

Einleitung :
Was um Himmelswillen sollte das bloß?
Es war schon spät abends, als ich endlich bei Imka ankam. Der Wind blies mir nur so entgegen, als würde er sich gegen mein Vorankommen stellen, doch ich ließ mich nicht beirren und stampfte weiter den Weg zur Haustür hoch.
Sie hatte am Telefon gesagt, sie hätte eine Überraschung für mich. Welche Überraschung sollte denn so wichtig sein, dass sie mich jetzt noch zu sich nach Hause einlädt?
Direkt vor der Haustür blieb ich stehen und stellte meine Reisetasche neben mir ab.
Eigentlich hätte sie mich schon in der Schule fragen können, ob ich dieses Wochenende bei ihr übernachten wollte, aber anscheinend fiel es ihr erst zu so später Stunde ein.
Ich klingelte an der Tür und blickte mich während der Wartezeit in der Umgebung um.
Der nicht anhaltende Schneesturm verdeckte mir zwar die Sicht, doch ich sah trotzdem schemenhaft, wie das Auto meiner Eltern wieder in Richtung Stadt fuhr.
Es war nahezu ein Wunder, dass sie mich trotz des dichten Schneefalls hierher gebracht hatten. Normalerweise wäre so etwas nie in Frage gekommen, doch weil mein Halbjahreszeugnis so gut war, machten sie eine Ausnahme.
"Da bist du ja endlich! Ich habe mir schon Sorgen gemacht, ob du überhaupt noch kommen würdest. Ach, wie unhöflich: Komm doch rein!", etwas unbeholfen, aber nett wie immer empfing mich Imka und schloss schnell wieder die Haustür hinter mir, um die anhaltende Kälte nicht hineinzulassen.
"Und? Was ist nun die große Überraschung, wegen der ich jetzt noch kommen sollte?", fragte ich sie sogleich, nachdem ich mich meiner nassen Jacke entledigt hatte.
Imka setzte sofort einen geheimnisvollen, wie auch wissenden Gesichtsausdruck auf.
"Geh in das Wohnzimmer und du wirst schon sehen!"
Na toll! Was sollte ich von so einer Aussage denn halten? Trotzdem setzte ich mich in Gang um der Sache auf den Grund zu gehen.
Anscheinend hatte sie nicht vor mitzugehen. Von Sekunde zu Sekunde wurde es merkwürdiger. Warum sollte ich allein gehen?

Doch da sah ich ihn...

Kapitel 1 :
Keine Frage: Ich war restlos überrascht Bill ausgerechnet hier zu sehen! Vor allem, da wir uns seit zwei Monaten (oder waren es schon drei?) nicht wieder gesehen hatten.
Damals hatte er mir seine Gefühle offenbart...erinnerte ich mich völlig geistesabwesend an die unglaubliche Szenerie...er mir...
Wir standen uns Auge in Auge. Keiner brachte einen Ton heraus.
Wie denn auch? Ich glaubte bis zu diesem Augenblick, er hätte diese Wörter nicht ernst gemeint. Was ja auch verständlich war: Er hatte mich nie angerufen und wenn ich es tat, war sein Handy nicht erreichbar. Monatelang nicht. Und nun stand er hier?
Ebenso perplex wie ich, war augenscheinlich auch er. Doch zusätzlich zu dem Ausdruck völliger Überraschung, dachte ich in seinen Gesichtszügen...Freude zu sehen. Freude, trotz seines Wissens, dass er mich einfach vergessen hatte? Es waren Monate...
Seine Liebeserklärung beantwortete ich damals mit denselben Gefühlen, doch wenn ich gewusst hätte, dass wir uns bis jetzt nicht wiedersehen sollten...
Entschlossen wagte ich mich näher an ihn heran. Er sollte ruhig wissen, was ich von der abrupten Funkstille hielt.
Gerade legte ich mir treffende Begriffe zurecht (ob Arschloch treffend genug wäre?), da unterbrach Imka plötzlich die Grabesstille:
"Ich hätte eigentlich mehr erwartet...", gab sie missmutig zu. Nur zu mir gewandt fuhr sie im Flüsterton dann fort:
"Mensch, Nina! Du warst doch immer so todtraurig, dass er sich nicht meldete! Er ist extra hergekommen. Nur um dich zu sehen und du begrüßt ihn nicht mal? Er hat noch immer Gefühle für dich, das hat er mir eben selbst gesagt. Und dass er sich nicht meldete, hat auch einen Grund! Also komm schon...!"
Verflucht sei meine Begeisterungsfähigkeit...
Wenn Imka nicht so überzeugend auf mich eingeredet hätte, wären wahrscheinlich abwertende Beschimpfungen, die in keinem Wörterbuch zu finden sind, aus mir herausgesprudelt.
Doch wie nicht anders zu erwarten war, ließ ich mich doch erweichen.
"Hallo!", fuhr es, gezwungen freundlich gehalten aus mir heraus.
"Hallo,  Nina! Wir haben uns lange nicht gesehen..."
Lange nicht gesehen? Fiel ihm denn nichts Besseres ein, wie z. B.: Entschuldige, dass ich mich nicht bei dir gemeldet hatte?
Die Zähne zusammenbeißend, um die Mimik zu halten, setzten wir uns alle zusammen auf die Wohnzimmercouch.
Imka hatte wirklich Glück, dass der Rest ihrer Familie während den freien Tagen nach den Halbjahreszeugnissen verreist war. Zuerst war sie gar nicht von der Vorstellung begeistert, dass sie sich in der Karibiksonne braunbrannten und sie hier in dieser Eiseskälte versauern musste. Doch allein zu Hause zu sein, brachte ja auch gewisse Vorzüge mit sich...

So saßen wir nun unweigerlich still auf unseren Plätzen und beobachten die Unmengen an Schneeflocken, die zuerst schwerelos durch die Luft wirbelten und dann sanft auf die weiße Grundfläche rieselten.

Kapitel 2 :
"Und was ist nun? Ich hab das schließlich nicht zum gemeinsamen Anschweigen organisiert!", brach es plötzlich aus Imka heraus. Anscheinend verlief meine Reaktion nicht nach ihrem Plan, was auch ihren patzigen Tonfall erklärte.
„Warum sollte ich mich rechtfertigen?“ Ging es mir empört durch den Kopf, ich hatte jawohl meine Gründe...
Jeder mied den Blick vor dem jeweils anderen. Wir verfielen wieder in Schweigen.
Langsam sah ich ein, dass das eine ziemlich dumme Situation war und überdachte meine Entscheidung, ihn so gut es ginge zu ignorieren, noch einmal gründlich.
Positiv: Er war nur wegen mir gekommen und hatte noch Gefühle für mich
Negativ: Er rief mich nie an und ich hatte noch immer eine Schwäche für ihn
Meine immer noch existierenden Gefühle nahmen am Ende doch die Überhand. Ich gab ihm noch eine Chance. Wieso war ich nur so nachgiebig?
Der Entschluss war gefasst, also wollte ich nicht weiter grübeln und ihm alles mitten ins Gesicht sagen.
Ich drehte meinen Kopf vorsichtig in Bills Richtung. Er saß einfach nur da, unschuldig zum verschneiten Winterpanorama gewandt und anscheinend völlig im Gedanken versunken.
Dachte er das gleiche wie ich?
"Imka?", stieß ich fragend zu meiner Freundin gewandt aus, „Lässt du uns bitte kurz allein?"
"Gerne! Hauptsache ist ja, dass ihr wenigstens wieder miteinander reden könnt!", gab sie erleichtert zurück und war schon kurze Zeit später zur Stubentür hinaus.
Wir waren allein. Bill sah mich mit erwartungsvollen Augen an. Was sollte ich nun sagen?
Schließlich fasste ich mir ein Herz und begann ihn über mein Gefühlsleben aufzuklären.
"OK, dann leg ich mal los: Nachdem du mir diese...Liebeserklärung gemacht hattest, haben wir uns nicht mehr gesehen. Monate! Also warum tauchst du plötzlich bei Imka auf?"
Bei dieser Frage versuchte ich ihn so verletzt wie möglich mit meinen blau-grünen Augen anzufunkeln, was aber nicht so einfach war. Normalerweise war Lachen meine Spezialität, aber das war wohl kaum in so einer ernsten Situation angebracht.
"Dass ich dich nie anrief, hatte einen einfachen Grund: Mein Handy wurde kurz nach deiner Abreise geklaut! Wahrscheinlich irgendein Fan. Jedenfalls", fuhr er fort, "Hatte nur ich eure Nummern in meinem Handy gespeichert, also war es mir unmöglich dich oder auch Imka anzurufen. Es dauerte eine Ewigkeit bis ich wenigstens Imkas Adresse herausbekam und sie sagte mir dann, ich könne herkommen. Und da bin ich!"
Verständnisvoll gegenüber meines überraschten Gesichtsausdrucks legte er ein zögerliches Lächeln auf.
Also war es nur ein Verbindungsproblem...
Ich konnte es nicht glauben: Verbindungsproblem! So konnte ich auch keinen Grund mehr feststellen, Bill nicht zu mögen.
Während er mich so anlächelte mit seinen braunen Augen, überkam mich ein warmes Glücksgefühl. Schnell drehte ich meinen Kopf betreten zu Boden.
"Es tut mir Leid! Irgendwie hätte ich das doch wissen müssen und trotzdem war ich so gemein zu dir..."
Noch immer saßen wir nebeneinander auf dem weitläufigen Sofa. Plötzlich spürte ich eine Hand auf meinem Rücken die mich sanft streichelte. Etwas erschrocken blickte ich wieder hoch und sah Bill dabei direkt in die Augen.
"Was hältst du davon, wenn wir noch einmal ganz von vorn anfangen?", fragte er mich mit einem tiefen Blick, der mir sprichwörtlich die Luft abschnürte.

"Ich glaube auch, das wäre das beste!", gab ich (höchstwahrscheinlich zartrosa angelaufen) zurück. Was sollte denn dagegen sprechen?

Kapitel 3 :
Kurz nach unserer Aussprache marschierte auch schon Imka wieder herein. Mit einem wissenden Lächeln setzte sie sich neben mir auf4s Sofa und sah uns triumphierend an.
"Na? Habt ihr endlich euren Streit beigelegt?"
Ihres selbstgefälligen Auftritts nach zu urteilen, hatte sie alles mitbekommen! Bemüht schockiert sah ich sie an.
"Hast du etwa gelauscht...?"
"Ihr habt ja nicht erwähnt, ich solle meine Ohren zuhalten, also ja!"
Dass sie uns belauschen würde, hatte ich irgendwie schon in Ahnung. Sie war einfach zu neugierig!
Anscheinend um eine aufkommende Spannung zwischen uns zu verhindern, übernahm Bill plötzlich das Wort.
"Bitte fangt jetzt nicht an zu streiten, ja? Ich habe nämlich auch eine Überraschung für euch beide!"
Entgeistert blickten Imka und ich uns an: Noch eine Überraschung?
"Und was ist das für eine Überraschung?", fragte die, wie so oft, von Neugier übersprudelnde Imka. Auch ich war nun gespannt, was es sein könnte.
"Keine Panik, ich sag4s ja schon! Die Überraschung ist:...Ihr könnt als Special Appearence noch heute mit mir mitkommen und dann morgen Abend mit uns auf der Bühne stehen!"
Wir sahen uns an. Völlig überrumpelt schrieen ich und Imka auf. Wir sollten auf einem Konzert vor über 1000 Leuten singen?
Nachdem sich das euphorische Jubeln gelegt hatte, blickte Bill uns fragend an.
"Kann ich das als eine Zusage auffassen?"
"Natürlich!", stimmten Imka und ich gleichzeitig zu und lachten lauthals los. Auch Bill stimmte zu dem Lachchor ein und prustete was das Zeug hielt.
Für einen Moment schien alles, was ich die letzten Monate über Bill gedacht hatte, einfach zu verfliegen.
All die schlaflosen Nächte in denen ich nur an ihn denken musste.
All die Tränen die ich im Stillen vergossen hatte.
Alles war wie von Geisterhand aus meinem Gedächtnis gelöscht. Ich konnte gar nicht beschreiben wie gut mir das tat.
Einfach nur lachend kugelten wir uns auf dem Sofa.

Wir sollten singen! Zusammen mit Tokio Hotel!

Kapitel 4 :
"Jetzt beeil dich mal, Imka! Das Taxi wartet schon!", rief ich der hektisch Klamotten in eine Tasche packenden Imka zu.
"Ja, nur noch einen Moment!"
Während Imka noch mit dem Packen beschäftigt war, gingen ich und Bill schon mal vor.
Der Schneefall wurde immer dichter, aber das machte mir jetzt nichts aus - Denn Bill war ja bei mir.
Wieso glaubte ich bloß er hätte mich vergessen? Wie er so neben mir ging: Weiße Schneeflocken verfingen sich in seinem dunklen Haar und seine braunen Augen versuchten mich in dem Flockengewirr zu fixieren. Wie kann man nur so verführerisch gucken?
Endlich tauchte Imka hinter uns auf, eine voll gepackte signalrote Reisetasche hinter sich her zerrend.
"Mann, ihr seht ja schon wie Schneemänner aus! Jetzt kanns meinetwegen los gehen", rief sie uns den stürmischen Wind übertönend zu.
  Das ließen wir uns nicht zweimal sagen und stiegen hinten ins Taxi ein.
Die ganze Fahrt über bis nach Bremen, quatschten wir über die vergangenen Monate in denen wir uns nicht gesehen hatten. Doch eigentlich hörte ich garnicht richtig zu, sondern folgte meinen wiedererweckten Gefühlen und starrte Bill an. Zu meiner Verwunderung, sah auch er mich des Öfteren mit verstohlenen Blicken an. Nein, was sage ich: Er starrte mich sogar an, was meine warmen Gefühle nur noch mehr in Wallungen brachte.
Spät nachts (es war bereits der Samstagmorgen angebrochen) kamen wir schließlich vor dem Parkhotel an. Kaum waren wir ausgestiegen hörte es auch schon auf zu schneien. Bill bezahlte das Taxi und Imka und ich gingen schon mal vor zur Rezeption. Da sahen wir sie: Die anderen drei Bandmitglieder von Tokio Hotel.
Freudig überrascht eilten wir, unsere Taschen hinter uns her schleifend, zu ihnen und umarmten erstmal jeden einzelnen.
"Ich bin schon so müde! Wollen wir nicht schnell einchecken und schlafen gehen?", meinte Imka nachdem wir uns erstmal ausgiebig begrüßt hatten. Sie hatte Recht: Es war schon sehr spät! Auch wir anderen stimmten mit einem ausgiebigen Gähnen zu. Also setzten wir uns in Bewegung um uns am Schalter anzumelden.
"Es tut mir aufrichtig Leid!", begann die Empfangsdame uns mit bedauerndem Blick mitzuteilen," Aber wir haben nicht mehr genug Zimmer zu Verfügung."
"Kann man da nicht irgendetwas machen?", fragte Gustav mit bittender Mimik. Die ältere Dame blockte jedoch ab.
"Nein es gibt nur noch 2 Doppelbettzimmer. Die einzige Möglichkeit wäre, dass Sie sich zu dritt ein Zimmer teilen..."
Fragend sahen wir uns an.
"Kommt schon! Das werden wir eine Nacht schon überstehen!", meldete sich Georg zu Wort.
"Ich weiß auch schon wie wir uns aufteilen: Tom, Georg und Gustav in das eine Zimmer, Nina und Bill in das andere. Ich kann dann auf dem Sofa schlafen!", meinte Imka geheimnisvoll, woraufhin die anderen sie verwundert ansahen.
  „Oh mein Gott! Warum musste sie das jetzt so sagen?“ ging es mir peinlich berührt durch den Kopf.
Schnell vom Thema ablenkend stimmte ich so beiläufig wie es nur ging zu, aber anscheinend bemerkten die anderen inzwischen, dass zwischen mir und Bill etwas...anfing. Sie sagten aber nichts weiter dazu, also buchten wir uns die Zimmer und stiegen die Treppen empor.
Ich konnte es noch gar nicht fassen: Ich sollte mit ihm in einem Bett schlafen!

Mit ihm...

Kapitel 5 :
Mit großen Schritten wagten wir uns die prunkvollen Marmortreppen hinauf. Unsere Müdigkeit war schon fortgeschritten, daher blieben wir während des gesamten Marsches wortlos. Das war mir ehrlich gesagt auch lieber. Denn ich hatte keine Lust den anderen zu unterbreiten was zwischen mir und Bill begonnen hatte. Ein Neuanfang.
Schließlich kamen Bill, Imka und ich vor unserem Doppelbettzimmer an. Die anderen verabschiedeten sich von uns und verschwanden in dem gegenüberliegenden Zimmer.
"Dann mache ich mich schon mal auf dem Sofa breit!", unterbreitete Imka uns und fiel mit einem lang gezogenen Gähnen auf das gemütliche Sitzmöbel.
Peinlich berührt sah ich sie mit einem vernichtendem Blick an. Die werde ich morgen erstmal in ihre Schranken weisen!, dachte ich mir im Stillen, verabschiedete mich jedoch mit einem Gute Nacht und folgte Bill in das Nebenzimmer. Zum Bett.
Wir packten unsere Taschen erstmal zur Seite und markierten unsere Bettseiten, indem sich jeder von uns darauf hinschmiss. Ich mich links und Bill rechts. Als wir nebeneinander lagen sahen wir uns grinsend an - Und zogen jeder von uns unsere Kopfkissen hervor und begannen eine wüste Kissenschlacht. Wir stellten uns auf dem Bett auf und feuerten uns laut lachend die Kissen auf unsere Köpfe.
"Was macht ihr denn da?"
Erschrocken fuhren wir zur Tür um und sahen die mit Zahnbürste bewaffnete Imka vor uns stehen. Etwas verlegen ließen wir unsere Kissen fallen und stiegen von der Matratze herunter.
"Was ist?", fragte ich in einem dermaßen patzigen Tonfall, der mich selber erschreckte.
"Ich wollte nur eben sehen was ihr hier treibt. Das Lachen war ja wohl kaum zu |berhvren!", rechtfertigte sich Imka und verschwand wieder.
  Wir waren wieder allein. Eine Kissenschlacht kam jetzt nicht mehr in Frage. Sonst wäre sie ja wieder hereingeplatzt. Also nahm ich meine Reisetasche und verschwand in dem kleinen Bad, das an das Schlafzimmer angrenzte.
Ich begann damit meine voll gepackte Tasche zu entladen um mein Nachtzeug heraus zu nehmen. Zahnbürste, Zahnpasta, Bürste, Klamotten, ... Oh mein Gott! Ich glaube ich tausche doch mit Imka die Plätze...!
Mit entsetztem Gesicht zog ich mein Nachtzeug heraus. Was sollte ich tun? Anziehen? Das?
"Da bist du ja wieder! Das hat ja eine ...... ", überrascht sah Bill mich mit großen Augen an.
"Wow! Mit so einem  44 Nachtzeug 44 hätte ich nicht gerechnet!"
Er hatte sich ebenfalls schon umgezogen. Eine einfache Jogginghose und ein altes, bereits etwas vorwaschendes T-Shirt ließen ihn nun ganz anders wirken, als in seinem normalen Look.
Warum konnte ich nicht so was anhaben?, ging es mir durch den Kopf und schaute an mir herunter.
Da ich ja in dem Glauben bei Imka zu übernachten meine Tasche gepackt hatte, war es mir völlig egal, was ich zum Schlafen anzog. Doch nun......
Ich trug ( was ich mir erst vor kurzem gekauft hatte) ein Niclege! Ein hauchdünnes Satin Nachthemdchen, das im Licht schwarz schimmerte. Der Ausschnitt war ( was ich zu meinem Entsetzten feststellen musste ) äußerst tief geschnitten und unter Garantie sehr aufreizend. Vor allem jedoch bereitete mir der dünne Stoff sorgen, der vielleicht mehr zeigen konnte als er sollte. Also ein ziemlich unpassendes Kleidungsstück!
Mit rotem Kopf ging ich betont unsexy zum Bett und zog mir die Decke über meinen Unterkörper. Bis morgen bewege ich mich keinen Millimeter mehr!
Nachdem ich mich hingelegt hatte, drehte ich mich zu Bill um und musste feststellen, dass er mich immer noch mit großen Augen ansah.
"Ich dachte, ich würde nur bei Imka übernachten....", erklärte ich ihm in einem nebensächlichen Tonfall. Er hätte ja denken können, ich hätte es nur wegen ihm angezogen. Obwohl...
Er sah mich immer noch an. Aber nicht mehr so wie vorher, sondern tiefernst.

Wir lagen einfach nur nebeneinander und sahen uns in die Augen. Dabei kamen mir seine Worte wieder in den Sinn: Ein Neuanfang...

Kapitel 6 :
Wir schauten uns immer noch tief in die Augen. Mein Bauch spielte verrückt. Die Situation führte immer mehr zu einem bestimmten Ziel............
Langsam kam er mir immer näher. So nah...
Er beugte sich zu mir und strich mir eine Strähne meines hellbraunen Haares aus dem Gesicht. So nah...
"Nina, du bedeutest mir so viel. Ich möchte dich nie wieder verlieren...", flüsterte er mir sanft ins Ohr.
Die Situation wurde immer bedrückender. Doch eigentlich wollte ich es auch.
"Bill, du bedeutest mir viel mehr, als ich je zu glauben wagte. Ich.... ich..."
"Ich weiß was du sagen willst.", sagte er mit gedämpfter Stimme und legte mir seinen Zeigefinger auf den Mund.
Ich schloss meine Augen und ließ mich von seinen Lippen berühren. Sie fühlten sich sanft und sinnlich an und ich fühlte mich, als ob ich schwebte.
War es ein Traum? Oder doch die Realität?
Unsere Küsse wurden immer heftiger und wir verloren uns ineinander. Langsam setzte er sich hoch und ließ sich wieder auf mir niedersinken. Seine Hände streichelten mir dabei zärtlich mein Gesicht. Leidenschaftlich wälzten wir uns zur Seite, sodass wir nebeneinander liegend unsere Berührungen spürten. Nun war es mir egal was für ein Nachthemd ich trug, denn es war offensichtlich, worin unserer Küsse enden sollten ....
Seine warmen Hände fuhren mir zwar durch mein Haar, doch unablässlich wanderten sie tiefer zu meinem Hals herunter. Auch die Küsse konzentrierten sich nun auf meinen Hals und ich spürte ein kitzelndes Prickeln wenn seine Lippen meine Haut berührten.
Ich ließ es einfach geschehen .....
Abrupt ließ er von mir ab und ließ sich wieder zurück auf sein Kissen fallen. Langsam öffnete ich meine Augen.
" Was ist plötzlich los?", fragte ich ihn völlig irritiert.
" Es ist nur ... möchtest du es denn auch?"
Peinlich berührt blieb ich ein paar Sekunden still. Was sollte ich sagen?
"Nun... ja schon, aber ..... nicht hier. Du weißt doch ..... Imka." Betreten mied ich seine Blicke.
OK, ja ich wollte es schon, sogar sehr gerne, aber was war mit Imka? Plötzlich durchhallte ein lautes Türklopfen den Raum und eine im pinken Schlafanzug bekleidete Imka trat zur Tür herein.
"Tom hat mich eben angeklingelt. Er hat mich gefragt, ob wir alle zusammen noch zur Spätvorstellung von „Das Omen“ wollen. Wollt ihr mit?"
  Wie aus einem Munde verneinten wir, "Nee, wir sind schon zu müde. Geht ruhig ohne uns!"
Imka bedachte uns mit einem wissenden Lächeln.
"Na dann bis morgen! Tschau!"
"Tschau!"
Endlich waren wir wirklich allein.
Kaum war sie hinaus, fielen wir auch schon wieder übereinander her.
Wir waren bereit an der Stelle weiterzumachen, an der wir geendet hatten. Seine Küsse wanderten wieder zu meinem Hals und ließen meine Gefühlswallungen zu Höchstform aufleben.
Doch nun ging es weiter! Langsam zog er den linken Träger meines Niclege zur Seite und küsste sanft meine Schulter. Ich zog ihm währenddessen sein T-Shirt  aus und bestaunte seinen makellosen Waschbrettbauch. Immer impulsiver wurden unsere hektischen Bewegungen. Während ich mich meines sowieso schon hauchdünnen Niclege entledigte, zog Bill seine Jogginghose aus und gab den Blick auf seine dunklen Boxershorts preis. Nur noch in Unterwäsche bekleidet ließen wir uns wieder von unserer Lust treiben. Wie in Extase umfasste er meine ( noch von Stoff bedeckten) Brüste und bedeckte sie mit seinen heißen Küssen. Ein erstickter Lustschrei ließ mich dabei kurz aufjauchzen. Es war so schön!
Plötzlich bemerkte ich wie Bill meinen Bh hinter meinem Rücken öffnete.
Nun sollte es also geschehen...
"Du bist so schön!", erklärte er mir bei dem Anblick meiner vollbusigen Brüste. Nachdem ich mich schon fast völlig entkleidet hatte, griff ich nun Bills Shorts an den oberen Seiten und zog ihm diese, ohne dass er sich beklagte, herunter. Mir bot sich ein Anblick von dem viele Fans nur träumen konnten. Und ich dachte ich musste träumen! Auch ich riss mir den letzten Rest Stoff vom Leib und ließ ihn meine unzensierte Nacktheit sehen.

Und dann gipfelte unsere unersättliche Leidenschaft schließlich in dem Hochdozierten Akt der Liebe.

Kapitel 7 :
Sanfte Sonnenstrahlen die durch den weißen Pulverschnee reflektiert wurden, ließen uns am späten Morgen aus unserem tiefen Schlaf herausfahren.
"Guten Morgen, Nina! Hast du gut geschlafen?"
Verschlafen blickte ich Bill an. Anscheinend war er schon länger wach als ich und hatte nur darauf gewartet, dass ich ebenfalls erwachte.
"Guten Morgen!", erwiderte ich mit einem schläfrigen Grinsen. Ich konnte es immer noch nicht fassen: Ich und Bill waren zusammen! Langsam setzte sich Bill auf und ich bemerkte, dass er sich noch nicht wieder bekleidet hatte. sein Körper wirkte in dem grellen Licht ungewöhnlich hager, doch trotz dieser Eigenschaft war er in meinen Augen der schönste Mann auf Erden.
Auch ich stand nach einem ausgiebigen Gähnen auf und trat hinter ihn. Während seine Blicke zum klaren Himmel hinter dem Fenster gerichtet waren, berührte ich seinen nackten Körper und küsste seine rechte Schulter.
"Es tut mir leid, dass ich gestern nicht diese... drei Wörter über die Lippen brachte, aber ich muss mir wirklich erst völlig klar über das ganze sein um es auszusprechen."
  Mit einer geschmeidigen Bewegung drehte er sich mir entgegen und gab mir einen zärtlichen Kuss.
"Das macht gar nichts! Wir haben alle Zeit der Welt!"
Erleichtert von seiner Reaktion verschwand ich in dem Bad um mich anzuziehen.
"Und? Habt ihr noch schön geschlafen?", begrüßte uns Imka sofort, nachdem sie uns die schweren Marmortreppen hinab gehen sah. Hoffentlich hatte sie den anderen nicht davon erzählt, dass ich und Bill uns sehr nahe kamen...
Wie so oft beim Gedanken an Bill und die letzte Nacht verursachten die Schmetterlinge in meinem Bauch mir ein kitzelndes Gefühl. Das einzige Problem was noch zwischen uns stand, waren die drei Worte: Ich liebe dich! Warum zur Hölle war das so schwer?
Nach einer herzlichen Begrüßung, in der die anderen uns erzählten wie der Film war, beschlossen wir in die Stadt zu gehen. Das schöne Wetter musste man schließlich ausnutzen!
" Und wo wollen wir als erstes hin?", fragte uns Tom nachdem wir bereits vor dem Hotel standen.
Unentschlossen sahen wir uns um.
"Vielleicht zum Einkaufszentrum?", meldete sich Georg zu Wort und zeigte weiter hinten auf die gegenüberliegende Seite der Straße. Völlig zufrieden mit diesem Vorschlag machten wir uns auf dem Weg.
Zwar etwas verwundert darüber, dass die vier ohne Sicherheitsvorkehrungen unterwegs waren, hielt ich mich jedoch zurück und sagte nichts.
Der Laster war an die 10 Tonnen schwer. Kein Wunder: Bei so einer Last!
Mit tief heruntergezogenem Cappy und einer Fahne, die jeden im Umkreis von 10 Metern in die Flucht geschlagen hätte, saß der Trucker vor seinem Lenkrad.
Kurz zuvor lief die Live Übertragung der WM- Vorrunde in einer Autobahngaststätte. Das Ergebnis war vernichtend: 3:1 für Costa Rica! Deutschland hatte keine Chance.
Völlig schockiert von dem schlechten Ergebnis Deutschlands, ließ er sich daraufhin Volllaufen.
Auch jetzt noch, in seiner Fahrerkabine, kullerten Alkoholflaschen auf dem Beifahrersitz hin und her.
Mit vernebeltem Blick sah er auf die Straße.
Wenn die Bullen jetzt kommen... , überlegte er sich, würde ich in den Knast gehen.
Doch unbedacht dessen, fuhr er weiter.
"Scheiße! , kann der nicht abblinken?"
Um einen möglichen Auffahrunfall noch zu verhindert, trat er die Bremse durch.
Flaschen kullerten vom Beifahrersitz, zu den Fahrerboden herunter.
"Verflucht!"
Hektisch versuchte er die Flaschen zur Seite zu treten. Zu spät!
Einer seiner Alkoholdrinks hatte sich auf dem Gaspedal verfangen.
Er wurde schneller .

Immer schneller ...

Kapitel 8 :
Nichts ahnend gingen wir die Straße entlang.
" Wo müssen wir jetzt lang?", fragte Bill die anderen. Georg der kurz zuvor das Ziel bestimmt hatte, eilte voran.
"Immer hinter mir her!"
Auch wir folgten ihm. Immer schneller beschleunigten wir unser Tempo. Auf einmal verschwand unser Navigator vor uns und kurz darauf auch Tom, Gustav und Imka. Anscheinend mussten wir links einbiegen...
Ich und Bill veranstalteten währenddessen einen Zweikampf  -  Wer als erster da ist. Da ich mal wieder nur Anstarren im Sinn hatte, ließ ich ihm einen minimalen Vorsprung.
Er ist einfach zu süß!
Auch wir waren gerade an der Einbiegung angekommen.
Der LKW-Fahrer konnte einfach nichts machen. Immer bedrohlicher pendelte die Tachonadel nach rechts. Panisch lenkte er sein Fahrzeug an den vorderen und nebenspurigen Autos vorbei.
  Was sollte ich machen?, fragte er sich in seiner Panik und ließ immer wieder die Hupe ertönen.
Vor ihm tauchte eine Kreuzung auf.
"Oh mein Gott!", schrie er und startete einen letzten Versuch, die festgesetzte Flasche zu lösen.
Schließlich fasste er all seinen Mut zusammen, öffnete seine Fahrertür und schmiss sich auf den harten Beton.
Er war zwar gerettet, doch der LKW war nun führerlos und raste unaufhaltsam geradeaus.
"Hey, nicht so schnell!", rief ich Bill zu, als er um die Biegung gerannt war. Er drehte sich zu mir um.
"Keine Panik, ich warte ja schon.", erklärte er mir und blieb direkt neben der Straße stehen.
Jetzt ohne Führung, fuhr der LKW nicht mehr schnurgerade und bekam einen Drang nach rechts.
Noch glücklich dem Tod entronnen zu sein, setzte der Trucker sich auf und schaute seinem Dienstgefährt hinterher.
Vielleicht passiert doch nichts?, versuchte er sich vorzustellen, als er langsam den rechten Fußweg einschlug.
"Oh verdammte Scheiße! Passt auf!", verzweifelt schrie er den beiden Teenagern, die hinter der Biegung aufgetaucht waren zu , sie sollen aus dem Weg gehen.
Der Junge war in Lebensgefahr.
Ein Schock durchzitterte meinen ganzen Körper. Direkt hinter Bill tauchte ein LKW auf!
Und er war führerlos!
"Bill geh aus dem Weg!", versuchte ich ihm völlig hysterisch klar zu machen, doch er nahm es als Scherz auf.
Oh mein Gott! Was sollte ich tun? Der Junge den ich liebte sollte in ein paar Sekunden von Tonnen von Stahl überfahren werden.

Ich fasste einen Entschluss: Ohne weitere Sekunden zu verschwenden rannte ich auf ihn zu...

Kapitel 9 :
Unwirsch packte ich ihn an den Schultern und drückte ihn mit aller Wucht meines Körpergewichts auf die sichere Seite des Fußweges zurück. Überrascht ließ er sich von mir wegschubsen, sah aber schon im nächsten Moment was überhaupt los war.
" Nina, hinter dir!", entsetzt sah ich hinter mich. Der LKW der kurz zuvor noch Bill zu zerquetschten drohte, hielt nun unaufhaltsam auf mich zu.
Ich wusste, dass ich keine Chance mehr hatte zur Seite zu springen. Sich meinem Schicksal ergebend schloss ich meine Augen.
Ein unbeschreiblicher Schmerz durchzog meinen ganzen Körper. Und während ich noch nicht wieder auf dem Boden aufkam, durchlebte ich noch einmal mein bereits 17 jähriges Leben.
Meine Kindheit, die ich immer sehr genoss.
Die Schulzeit, die so ihre hochs und tiefs hatte.
Meine Eltern, meine Verwandten, meine Freunde und ...... Bill.
Mir wurde schlagartig, klar dass ich ihn mehr liebte als mein eigenes Leben.
Warum hätte ich ihn sonst gerettet?
Nach einer Zeit die mir wie eine Ewigkeit vor kam, schlug ich wieder auf dem Asphalt auf. Der Schmerz wurde unerträglich. Zögerlich öffnete ich meine Augen und sah in die mir vertrauten Augen.
"Ich weiß, dass ich es dir nie sagen konnte", begann ich mit leiser Stimme, keine Zeit verschwendend, zu krächzen, " Aber ich .... liebe dich! Ich liebte dich schon seit unserer ersten Begegnung."
Seine braunen Augen füllten sich mit Tränen. Langsam hob er mich vom harten, schneebedeckten Untergrund auf und hielt mich auf dem Boden hockend in seinen Armen. Während er mich hochzog, sah ich die anderen, die ebenfalls völlig schockiert dar standen.
"Du darfst nicht gehen! Nicht jetzt!", klagte mich Bill an und strich mir behutsam über den Kopf. Dabei sah ich, wie er sich schnell ein paar Tränen aus dem Gesicht wischte.
Ich sah an mir herunter. Mein Körper war von Blut durchtränkt.
Musste ich sterben?
Behutsam hob ich nochmals meinen Kopf und sah ihm direkt in die Augen.
"Bleib stark!", flüsterte ich ihm zu und suchte seine Hand. Im Hintergrund bemerkte ich, dass Imka vor Trauer anfing zu weinen.
Auch ich wollte weinen, doch die Schmerzen ließen es nicht zu.
Bills Hand drückend atmete ich noch einmal tief ein.
"Ich liebe dich!"
Ich schloss die Augen um ihm nicht mehr in seine schmerzverzerrten Augen zu sehen.
Ich liebte ihn..

 




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