Steffi

4 Tote und eine Liebe auf Umwegen!

Prolog:

Das Grab meiner Schwester lag vor mir. Ich weinte und sackte zusammen. Warum muss mir jemand den wichtigsten Menschen im Leben nehmen? Warum gerade mir? Ich, die doch sonst immer so viel Glück im Leben hatte!

Kapitel 1:

Ich heiße Isabel, alle nennen mich nur Isi! Ich bin 19, hab blonde Haare und blaue Augen. Mein Style ist normal und wirklich auffallen tu ich nicht! Meine Schwester Anja ist tot. Wie auf einmal vom Erdboden verschluckt. Durch Aids ist sie gestorben. Übertragen von Tom Kaulitz… wie ich ihn doch hasse, seitdem er mit meiner Schwester geschlafen hat. Fast wäre sie 21 Jahre alt geworden, doch nein… 3 Tage vor ihrem Geburtstag stirbt sie und an ihrem eigentlichen Geburtstag läuft die Beerdigung ab. Tom Kaulitz, der mega Proll des Dorfes war schuld dran, dass ich wegen ihr jetzt soviel weinen musste. Immer noch saß ich am Grab, fast schon wie festgewachsen. Meine Mum und mein Dad zogen mich jedoch hoch. Sie waren doch genauso fertig wie ich… und sie waren die letzten, die ich noch hatte. Zu Hause tranken wir alle mit den nächsten Verwandten noch Kaffee, doch wirklich Lust dazu hatte ich nicht. Im Gegenteil… ich wollte den Kaulitztypen endlich mal zur Rede stellen. Ich stand auf, ging raus und die längste Straße des Dorfes entlang. Am Ende dieser Straße wohnte er. Er mit seinem Bruder Bill. Beide 20 Jahre alt und immer noch keine Ahnung wie das Leben abläuft! Sie haben ne Band, aber nicht wirklich Erfolg… eine Plattenfirma hat sich mal für sie interessiert, doch als sie dann mehr von „Devilish“ hörten, sprangen sie vorher ab, bevor sie ihre Firma noch in den Ruin trieben! Ich klingelte und zu meinem Glück kam auch gleich Tom an die Tür. „Na du Arsch… willst du mir nicht irgendwas sagen?“ „Isi, was soll ich dir sagen wollen?“ „Entschuldigung, dass ich deine Schwester getötet habe wäre wirklich angebracht!“ „Anja ist tot?“ „Ja du Schnellchecker! Von deinen Aidsviren!“ „Oh mein Gott! Es tut mir Leid!“ Eigentlich verbreitet sich so eine Nachricht in so einem kleinen Dorf wie Loitsche doch rasend, oder nicht? Doch die Prolls vom Arsch der Welt in Loitsche checken mal wieder gar nichts. „Wieso wusstest du denn nicht, dass sie tot ist?“ „Wir waren für eine Woche in England!“ Erst seine Krankheiten hier verbreiten und dann noch schön Urlaub in England machen! Ich sah ihm mit meinen blauen, verheulten und total mit Schminke verschmierten Augen an. Sie taten schon richtig weh vom weinen. „Isi, ich bin auch bald tot… deshalb waren wir noch einmal in England!“ „WAS?“, fragte ich geschockt und er sah betrübt nach unten. „Irgendwann holt einen alles ein!“, lächelte er noch mal platt und wurde dann von seiner Mutter rein geschickt. Ich ging wieder nach Hause und legte mich in mein Bett. Ich sah das Foto meiner Schwester auf dem Nachtschrank stehen. Wie ähnlich sie mir doch war… ich konnte mit ihr über alles reden… wir waren wie Seelenverwandte. Doch das war jetzt alles vorbei, durch Tom Kaulitz, der auch bald nicht mehr hier sein würde! Zwei Wochen später hatte sich Toms Aussage bewahrheitet und ich stand schon wieder auf dem Friedhof. Warum ich auf seine Beerdigung gegangen war, wusste ich nicht. Wahrscheinlich um ihm seine letzte Ehre zu erweisen. Georg, Gustav und deren Eltern waren auch da. Sie standen weiter vorne. Ich hielt mich wie manch andere weiter im Hintergrund. Ich sah nur, wie Bill vorne zusammen brach und ihm Gustav und Georg wieder aufhalfen. Um ehrlich zu sein hatte ich auch Tränen in den Augen. Es war schlimm für mich schon wieder auf dem Friedhof zu stehen, wieder ein Begräbnis mit anzusehen und wieder Leute sah, die zusammen brachen, auch wenn ich es diesmal nicht war. Ich hing so in meinen Gedanken fest, dass ich plötzlich nur noch mit Bill auf dem Friedhof stand. Ich ging näher und hockte mich zu ihm runter. „Hey Bill…“ „Hey Isi…“ „Mein Beileid!“ „Auch von mir…“, sagte er leise und hatte bei diesem kurzen Gespräch nicht einmal einen Blick von Toms Grab abgewendet. Wir beide waren ruhig… ich hörte nur, wie Bill immer leise schluchzte und seine Nase hochzog. „Willst du ein Taschentuch haben?“ Er nickte und diesmal wendete er seinen Blick zum ersten Mal wieder von dem Grabstein ab. Ich gab ihm eins und er nickte mir einmal dankend zu. Dann fing er plötzlich an zu erzählen… „Tom war mir so wichtig… er war mein Zwilling und jetzt ist er weg… Isi, ich weiß nicht, was ich machen soll! Ohne ihn bin ich nichts! Ohne ihn bin ich doch nur ein halber Zwilling!“ „Bill, denkst du mir geht es mit Anja anders? Denkst du ich vermisse sie nicht? Ich hasse es an einem Grab zu stehen!“ „Ich auch!“

Kapitel 2:

Seit diesem Tag sind 3 Wochen vergangen. Ich war wieder auf dem Friedhof, bei meiner Schwester und erzählte ihr mal wieder von meinem Tag. „Hey Isi!“, hörte ich dann von hinten und Bill stand hinter mir. „Oh! Hey Bill!“, sagte ich und er hockte sich zu mir runter. „Du vermisst sie auch so, wie ich Tom vermisse, ne?“ „Ja, es ist schwer einen Menschen zu verlieren!“ „Ich erzähle Tom auch immer, was bei mir am Tag los war…“ Er hatte also alles mitangehört“ „Hilft manchmal…“ „Ja…“ Wir waren eine Zeit lang still, bis ich aufstand und mich ordentlich hinstellte. Er stellte sich neben mich und umarmte mich dann einfach. Noch dazu fing er an zu weinen. „Was ist denn los, Bill?“ „Ich kann nicht ohne ihn!“ Ich drückte ihn fest an mich und ließ ihn weinen. Eine Stunde standen wir einfach nur so da, hielten uns im Arm und waren einfach füreinander da. Dieser Tag veränderte alles. Wir machten ab uns am nächsten Tag wieder hier zu treffen. Das Treffen fand auch statt, doch heute waren wir beide wesentlich besser drauf. „Isi, sag mal hast du Bock mal mit zu mir nach hause zu kommen?“ „Ja gerne…“, lächelte ich leicht und wir gingen los. „Meine Mum und Gordon sind nicht da! Komm mit hoch in mein Zimmer.“ Ich nickte, zog mir noch schnell die Schuhe aus und schon gingen wir hoch in sein Zimmer. Er hatte ein Wasserbett, was ich bei Jungs sehr schätzte! „Darf ich mich da mal raufsetzen?“ „Sicher…“ Ich setzte mich drauf und er kam dann auch gleich und legte sich aufs Bett. „Ich liebe mein Bett…“, lachte er leicht. Es war das erste Mal, dass ich ihn lachen hörte, auch wenn es wie gesagt nur kurz war. „Ich hab dich noch nie lachen gehört! „Liegt wahrscheinlich daran, dass es in meinem Leben lange nichts mehr zu Lachen gab!“ „In meinem auch nicht!“ Er nickte und zog mich zu sich runter, bis ich neben ihm lag. Er legte einen Arm um mich. Es war schon spät, weshalb wir dann auch so einschliefen. Am nächsten Morgen weckte er mich und lächelte mich sofort an. „Du siehst so süß aus, wenn du schläfst…“ „Schleimer!“, lachte ich und er sah mich verdutzt an. „Jetzt hab ich dich auch zum ersten Mal lachen gehört!“ „Kannst mal sehen!“, grinste ich nun und stand auf. Er tat es mir gleich und wir gingen erstmal Frühstück essen. Danach ging ich nach Hause. Meine Eltern waren eh nicht da, so was nennt man wohl „Busy-people“, die nie Zeit haben für irgendwas. Sie arbeiteten in der Woche in München! Ich fragte mich zwar immer, warum sie dann nicht auch gleich dahin zogen, aber wirklich beantworten konnte ich mir das nicht. Sie selber wussten aber auch nicht, was sie in Magdeburg hielt. Ich für meinen Teil würde wahrscheinlich die nächsten Jahre hier bleiben, allein wegen dem Grab. Am Nachmittag ging ich wieder auf den Friedhof, wo ich schon von weitem sah, dass Bill auf mich wartete. „Ich wusste du kommst noch mal her…“, lächelte er, als ich neben ihm stand. Ich nickte nur, stellte meine mitgebrachten Blumen in die Vase und sah dann wieder in seine Augen. Braun und rund waren sie… und geschminkt! Das machte er ja schon immer, na ja so lange ich ihn kenne jedenfalls. „Ich fand es schön neben dir aufzuwachen…“, sagte er leise. „Und das heißt?“ „Ich würde gerne noch mal neben dir aufwachen!“ Ich nickte, er nahm meine Hand und dann gingen wir los. Hand in Hand, obwohl wir eigentlich gar nicht zusammen waren. Er schloss auf und zog mich gleich mit in sein Zimmer. Dort machte er noch schnell Musik an und sah mir dann wieder in die Augen. „Isi, ich muss dir noch was sagen“, „Was denn?“ „Ich… ich… ich hab mich in dich verliebt!“ „Sehr interessant!“ Was ich dabei dachte, weiß ich nicht mehr, aber für mich stand fest, dass ich diese Liebe noch nicht erwidern konnte. „Und was sagst du dazu?“ „Ich kann deine Liebe noch nicht erwidern…“ Er nickte, nahm mich einmal in den Arm und sah mich dann wieder an. „Können wir jetzt pennen gehen?“ „Es ist um sieben!“, grinste Bill. „Na ja, dann kann ich mich noch ein bisschen an dich kuscheln!“, grinste ich und auch er musste grinsen. „Willst du ne Boxershorts und ein Shirt haben?“ „Ja, gerne!“, lächelte ich und er gab mir beide Sachen. „Du kannst dich hier umziehen! Ich geh ins Bad!“, sagte er und ging auch schon. Ich zog mich schnell um und ließ meine Klamotten einfach auf dem Boden liegen. Nach weiteren 3 Minuten kam er dann auch fertig umgezogen für die Nacht. „Ist doch nicht so schlimm, dass die Klamotten da liegen, oder?“ „Nee, nee, sieht doch eh hier aus wie ein Schlachtfeld!“, grinste er und auch ich musste grinsen.

Kapitel 3:

Wieder 2 Wochen später waren wir eigentlich schon die besten Freunde geworden… ich schlief fast immer bei Bill und jeden Tag gingen wir zusammen zum Friedhof. Wir beide verstanden uns super und lagen jetzt mal wieder im Wohnzimmer auf der Couch der Kaulitz und sahen fern. Wirklich interessant war der Film nicht, aber Bill hatte ja eh was Besseres zu tun. Da er hinter mir lag, streichelte er die ganze Zeit während der Film lief meine Hüfte. Mitten im Film drehte ich mich um und sah ihn an. „Macht Spaß?“, grinste ich und er nickte auch noch frech. Und das Nicken war richtig süß. Schon seit einer Woche ertappte ich mich immer wieder dabei, wie ich irgendwelche Sachen, die er machte süß fand. Es gab einen Tag, an dem ich ihm direkt ins Gesicht sagte, dass ich seinen Hintern süß finde, wobei er voll grinsen musste. Mir war das danach voll peinlich. Und jetzt war es wieder so eine Situation, in der ich sein Nicken süß fand. Ich sah ihm einfach nur in die Augen und bemerkte erst gar nicht, wie sich unsere Köpfe praktisch wie Magnete anzogen und wir uns somit bald berührten. Unwillkürlich schloss ich die Augen und bemerkte bald darauf seine Lippen auf meinen. Er drang mit seiner Zunge in meinen Mund ein und ohne, dass ich meinem Gehirn sagte, es solle das hier sofort beenden, machte sich meine Zuge schon selbstständig und berührte seine Zunge. Ich hatte meinen Mund gar nicht mehr unter Kontrolle, doch irgendwie schlecht fand ich das hier alles nicht! Doch der Kuss endete und wir sahen uns einfach nur an. „Was war das?“ „Der beste Kuss meines Lebens!“, grinste ich ihn an und auch er musste grinsen. „Wollen wir nach oben gehen?“, fragte er danach. Ich nickte nur. Er nahm meine Hand und so gingen wir dann auch hoch. Er schloss ab, was mir ein mulmiges Gefühl im Magen machte. Dann nahm er meine Hand, fing an mich zu küssen und drückte mich langsam zur Wand. Dort ließ er meine Hand los und streichelte mir unter mein Shirt… Ich wusste es würde beim Sex enden, was es auch tat… Und um ehrlich zu sein war es der Beste, den ich je im Leben hatte. Er lag nun hinter mir und küsste meinen Hals, während ich versuchte dabei auf den Fernseher zu achten. „Schatz?“, fragte er. Scheiße, wie hat er mich da genannt? Denkt er jetzt, dass wir durch den Sex zusammen sind? Scheiße, Isi, was hast du da bloß wieder angerichtet? Ich drehte mich um und sagte ihm: „Wieso nennst du mich so?“ „Weil du mein Schatz bist und wir zusammen sind!“ „Wann haben wir das denn beschlossen?“ „War das für dich nur ein One- Night- Stand?“, fragte er mich geschockt. „Ja…“ „Echt?“ „Ja und ich dachte bei dir wäre das genauso!“ „Du weißt, dass ich dich liebe!“ Ich nickte, stand auf, nahm meine Sachen vom Boden und zog mich an. „Wo willst du hin?“ „Ich geh jetzt…“ „Aber…“ „Bill… es ist doch scheiße! Du hast gedacht, dass ich es ernst meine und ich meinte es gar nicht ernst… Aber ich will dich nicht verarschen… ich weiß auch nicht, warum ich es so weit kommen ließ und mit dir geschlafen habe!“ „Fandest du es denn nicht schön?“ „Es war der Beste Sex meines Lebens, aber darum geht es doch jetzt gar nicht!“ Er stand auf und nahm mich in den Arm. „Ich will nicht, dass du gehst!“ „Es ist aber besser so…“ Ich ging von ihm weg und ging aus seinem Zimmer. Dann hörte ich nur noch, wie er gegen sein Bett trat und anfing zu weinen. Doch das wollte ich nicht hören und verschwand deshalb… Am nächsten Tag klingelte Bill an meiner Haustür. „Hey Bill…“ „Hey Isi, kommst du mit zum Friedhof?“ Ich nickte, zog mir noch was an und dann gingen wir los. Er nahm wieder meine Hand, wogegen ich nichts einzuwenden hatte, da sich auch beste Freunde Hand in Hand halten können. Er ging zu Toms Grab, ich zu dem meiner Schwester. Ich hockte mich hin, machte das Laub vom Grab weg und fing an zu erzählen. „Hey Anja,0 im Moment ist es so schwierig… Ich sehe Bill und alles kribbelt in mir, doch gestern haben wir uns geküsst… natürlich war ich nicht abgeneigt, nein, ich fand es sogar richtig schön. Doch dann hatten wir Sex und er dachte ich würde diesen ernst meinen, obwohl es für mich eigentlich nur ein One- Night- Stand war. Ich weiß nicht, wie ich mit ihm umgehen soll. Gestern beim Sex waren keine Gefühle da. Aber wenn ich in seine Augen sehe, dann hab ich welche! Das ist doch nicht normal! Ich wünschte du wärst noch hier, denn dann könntest du mir sagen, was ich machen soll!“ „Hab ich dich mit dem Sex vielleicht überrumpelt?“, fragte Bill dann von hinten. Ich stand auf und drehte mich zu ihm. „Hast du alles mitangehört?“ „Ja!“ „Ich wollte diesen Sex ja, aber unter dem Gesichtspunkt, dass es uns beiden nichts bedeutet! Hätte ich es so gesehen, dass wir Sex haben, weil wir uns lieben, hätten wir gestern mit Sicherheit keinen Sex gehabt!“ Er nickte und nahm mich in den Arm. Wieder waren da diese Gefühle, die ich bis jetzt nur bei ihm hatte! Wieder dieses Verlangen nach einem Kuss, den sich zwei Liebende geben. Wieder dieses Verlangen ihn einfach nur anzusehen. Wieder dieses Verlangen… nach ihm! Ich sah hoch in seine Augen und wurde wie ein Blitz getroffen. Genau in diesem Augenblick wusste ich, dass es nie wieder einen anderen Mann in meinem Leben geben wird.

Kapitel 4:

Wieder saßen wir in seinem Zimmer, hörten Musik im Fernsehen und laberten zwischendurch immer wieder. „Bill?“ „Jap?“ „Gestern aufm Friedhof…“ „Ja?“ „Da hab ich gemerkt, dass ich dich brauche… und, und dass es nie wieder einen anderen Mann in meinem Leben geben wird“ Er sah mich einfach nur an und fing langsam an zu grinsen. „Is, ist das dein Ernst?“ Ich nickte zaghaft und wir fingen an und zu küssen. „Und dieser Kuss war aus Liebe?“ „Ja zu 100 %!“, grinste ich ihn an und küsste ihn noch mal. Wir legten uns hin, nachdem Bill American Pie angemacht hatte. Ich lag mit meinem Kopf auf seiner Brust und hörte seinem Herzschlag zu. „Isi?“ „Ja?“ „Darf ich dich jetzt „Schatz“ nennen?“ „Ja darfst du!“, grinste ich und küsste ihn noch mal, wonach ich dann noch sagte: „Mein süßer!“ Er lachte kurz und dann sahen wir den Film ohne weitere Unterbrechungen. Doch während des Films schlief ich schon ein, weshalb ich mal wieder das Ende nicht mitbekam. Eigentlich hatte ich das Ende noch nie wirklich mitbekommen, weil ich vorher immer schon eingepennt war. Bill küsste mich wach und sah mich grinsend an. Wieder mal fragte ich mich, wie man am Morgen schon so gut aussehen konnte, aber bei ihm lag das wahrscheinlich in der Natur. „Was machen wir heute?“, fragte ich beim Frühstück. „Wir treffen uns mit Georg und Gustav…“ „Dann lern ich deine Freunde auch endlich mal kennen!“ Er nickte, küsste mich und keine 20 Minuten später saßen wir schon in seinem Auto auf dem Weg zu Gustav, wo Georg auch hinkommen wollte. Er war auch schon da, als wir ankamen und beide begrüßten mich sogar, obwohl ich das überhaupt nicht von ihnen gedacht hätte, da ich beide immer gehasst habe. So wie ich auch Tom gehasst habe und Bill… Doch wahrscheinlich wussten sie, dass es jetzt anders war… Das hoffte ich jedenfalls. Wir saßen in Gustavs Zimmer und Georg fing an irgendwelche Anspielungen zu machen. „Manche Leute haben uns ja erst immer gehasst und sind jetzt mit uns zusammen Ist schon komisch, was Toms Tod doch alles angerichtet hat.“ „Vor allem, das diese Leute nicht mal merken, dass wir genau wissen, dass sie uns erst gehasst haben und uns jetzt ganz schnell mal so lieben“ kam Gustav dann noch dazu. Bill sah nach unten. „Ist wohl besser, wenn ich geh… Danke, dass du mich verarscht hast, Bill!“, sagte ich und ging. Und er lief mir nicht mal nach! Jede Freundin, die mich in der nächsten Zeit aus der Wohnung locken wollte, tat dies vergeblich… Alle scheiterten, da ich nur an Bill denken musste. Ich bekam nicht mehr wirklich alles mit, was um mich herum passierte. Es war mir ehrlich gesagt auch scheiß egal. Nur eine Nachricht versetzte mir einen Schock. Im Radio sagten sie durch: „Heute Morgen hat sich ein junger Mann, Anfang 20, mit seinem Audi A4 auf der Autobahn zwischen Magdeburg und Hamburg totgefahren… sein Beifahrer liegt im Krankenhaus mit schweren Verletzungen… Näheres können Sie morgen dem Tagesspiegel entnehmen!“ Bill war Anfang 20 und hatte auch so ein Auto… Doch ich besaß den Mut nicht, loszugehen und zu gucken, ob sein Auto dort stand… Ich wusste nicht, was dann auf mich zukommen würde. Daher musste ich also bis zum nächsten Morgen warten, um in die Zeitung sehen zu können. Dort war ein Foto von dem Auto und ich wusste genau, dass es Bills Auto war, da man das Kennzeichen erkannte. MD BK 109, was soviel hieß wie: Magdeburg Bill Kaulitz und der erste September“ Erst jetzt schaffte ich es raus, um seiner Mutter mein Beileid auszusprechen, so wie ich es keine 2 Monate vorher schon getan hatte, um ihr wegen Tom mein Beileid auszusprechen. Ich klingelte… und es dauerte auch etwas, bis die Tür aufging, doch was ich sah war ein lebender Bill. „Oh mein Gott… du lebst!“, entfuhr es mir und ich sah ihn geschockt an. „Wieso sollte ich nicht leben?“ Ich sah die Zeitung im Briefkasten, zog sie raus und zeigte ihm das Bild. „Georg und Gustav… Sie sind mit meinem Auto gefahren!“, sagte er knapp.“ „Oh Gott… das tut mir Leid…“ „Georg ist noch am Unfallort gestorben und Gustav vor einer Stunde im Krankenhaus.“ Er fing an zu weinen und ich nahm ihn sofort in den Arm. Ihm ging es nahe, das wusste ich genau, aber warum heulte er sich bei mir aus? Ich wusste doch nun, dass alles nur gespielt war. „Isi, egal was die beiden gesagt haben… ich liebe dich und will mit dir zusammen sein, dich heiraten, Kinder von dir kriegen… Einfach alles… Ich brauche dich mehr als einen anderen…“, sagte er leise. An diesem Tag standen wir sicher noch zwei Stunden einfach nur so vor der Tür und hielten uns gemeinsam fest. Es war der Tag, an dem wir wieder zusammen kamen und an dem sich unsere Wege bis zu unserem Lebensende nicht mehr trennten. Man sollte, wie diese Geschichte zeigt, nicht auf andere Leute hören, sondern nur auf die, die man liebt und die einen auch lieben. Wahrscheinlich wäre ich gar nicht mehr zu Bill gegangen, hätte es den Unfall nicht gegeben. Deshalb müsste ich mich eigentlich bei Georg und Gustav bedanken, dass sie gestorben sind, aber wer bedankt sich schon gerne bei Toten?

 ENDE

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